Einführung für Neu-Imker in eine wundersame Bienenwelt und ihr unermesslicher Nutzen für Mensch und Tier!

Bevor wir in die fantastische Welt der Bienen eintauchen- möchte ich

mich erst einmal vorstellen: Ich bin Werner Konert aus Stadtlohn Und

befasse mich schon über 50 Jahre mit der Imkerei. Auch heute noch nach

all den Jahren faszinieren mich die Bienen noch immer.

Ich möchte euch heute mit nehmen auf eine spannende Reise durch die

Welt der Bienen. Diese meine Jahrelangen Erfahrungen in der

Bienenhaltung und alles was damit zusammen hängt, ist für mich in

gewisser Weise schon zum Lebensinhalt geworden. Rückblickend darf

ich sagen, das die Faszination an diesem Hobby, mich immer noch

begeistert und immer noch sehr viel Freude bereitet.

Zum besseren Verständnis werde ich zuerst ganz allgemein über den

Artenrückgang unserer heimischen Tierwelt sprechen. Erwiesener

Maßen kann das für die Menschheit dramatische Folgen haben. Auch

unsere Honigbienen sind davon betroffen. Die Ursachen sind vielseitig

und größtenteils von Menschenhand gemacht. Das alles hier

anzusprechen, ist aus zeitlichen Gründen nicht möglich. Die

Bienenhaltung wurde von jeher seit Jahrtausenden ihn allen Epochen

gepflegt und für den Mensch nutzbar gemacht. Darüber möchte ich ein

wenig erzählen. Natürlich erfahren wir auch, welchen Stellenwert die

Bienenhaltung in heutiger Zeit hat.

Nun aber zum eigentlichen Thema:

Bienen und ihr unermesslicher Nutzen für Mensch und Tier.

Bienenhaltung ist ein schönes Hobby. Für manche ist es Berufung.

Gerade die unterschiedlichen Abläufe im Bienenvolk, lassen mich

immer wieder als staunenden Betrachter zurück. Wo man nur erahnen

kann, wie großartig die Schöpfung ist, die das alles zuwege gebracht

hat. Gerade in jüngster Zeit, wo das Bienensterben in aller Munde ist,

bietet hier die Bienenhaltung eine sinnvolle Möglichkeit, für die

Erhaltung der Natur aktiv zu werden. Denn Bienen tragen u. a. durch

die Bestäubung in der Flora für Mensch und Tier zu einer

ausreichenden Ernährung bei.

Die biologische Vielfalt ist das vielleicht wichtigste Gut unseres

Planeten und gleichzeitig eines der größten Herausforderungen vor

der wir weltweit stehen. Alarmierende Bestandsverluste sind vor

allem bei hier heimischen Mitgeschöpfen in Feld und Flur,

festzustellen. Ganz deutlich ist das in der Vogelwelt, beim Niederwild

und besonders schlimm bei den Insekten der Fall. Zu denen gehören

auch die Bienen. Das hat viele Ursachen, darüber könnte man

ebenfalls einen Vortrag halten. In unserer heutigen aufgeräumten

Kulturlandschaft können Bienen ohne das Zutun des Imkers nicht

überleben. Einerseits fehlt eine natürlich bewirtschaftete

Landwirtschaft, anderseits steht nicht mehr ein ausreichendes

Blütenangebot als entscheidende Nahrungsgrundlage vom Frühjahr

bis in den Spätsommer zur Verfügung. Hinzu kommen Krankheiten und

der Einsatz von Pestiziden.

Aber auch Parasiten, die im Zuge der Globalisierung nach Mitteleuropa

gelangten, die massiv die Gesundheit der Bienenvölker bedrohen.

Honigbienen sind daher in unseren Breiten auf die Unterstützung des

Menschen angewiesen.

Um die Bewahrung der Schöpfung und was die Evolution in Millionen

Jahren geschaffen hat zu unterstützen, können wir den Rückgang

unserer Mitgeschöpfe in Fauna und Flora mit beeinflussen. Schon der

Kauf von Honig aus der heimischen Region, unterstützt die örtlichen

Imker bei der Haltung und Pflege. Nicht nur des Erlöses wegen,

sondern in weit höherem Maße für ihren Einsatz, den sie vor Ort für

den Naturschutz leisten. Das sollten sie uns wert sein, sie haben es

verdient. Ohne ihr Zutun, sähe es wahrscheinlich grau und düster aus.

Mit dieser Einsicht und notwendigen Akzeptanz, können wir alle auf

verschiedene Weise den Artenschutz unterstützen. Wie schon erwähnt , ist eine

ausreichende und vielseitige Ernährung die Voraussetzung, für das Überleben

der Bienen. Statt englischen Rasen und Koniferen rund ums Haus, bieten

einheimische Sträucher mit ihrer Blütenpracht und später reifen Früchten,

sowohl den Bienen als auch unseren Vögeln und Kleintieren eine gesicherte

Nahrung. Auch Küchenkräuter in Balkonkästen sind sehr nützlich. Klee im

Rasen ist vielleicht störend, sind aber für Bienen eine ergiebige Nektarquelle.

Aber auch Sonnenhut und andere einfach blühende Blumen in den

Staudenrabatten und anderswo, sind nützliche Nektar-Spender.

Das selbe gilt auch für kommunale Grün-Flächen. Auch diese gilt es in bunter

Vielfalt für die Insektenwelt anzulegen. Anderswo sind solche Maßnahmen in

einigen Städten schon vollzogen worden.

Dort erzeugen solche Anlagen bei den Bewohnern ein Wohlgefühl und

animieren auswärtige Besucher in solch bunten Grünanlagen gerne zum

Verweilen. Gleiches,- den Anforderungen entsprechend - wäre auch auf

landwirtschaftlichen Nutzflächen wünschenswert. Gerade dort ist der

Lebensraum für viele Tierarten drastisch zurück gegangen. Um diese Zustände

etwas zu ändern , sollten alternativ durch entsprechende Einsaaten zumindest

mit Blühflächen geholfen werden. Wir müssen der bedrohten Tierwelt ihren

natürlich angestammten Lebensraum wenigstens teilweise wieder zugänglich

machen. Auf einigen Versuchsflächen in Deutschland sind solche Maßnahmen

bereits mit Erfolg durchgeführt worden. Ob auch in Zukunft diese Rettungs-

Maßnahmen ausreichend sein werden., bleibt abzuwarten. Nach Jahrzehnte

langen Raubbau der Ressourcen, wird sich durch Nichtstun die Lage noch

verschlimmern. Viele Menschen haben offenbar erkannt, dass die

Naturzerstörung nicht so weitergehen kann. Das Bewusstsein von immer mehr

Befürwortern für einen besseren Umweltschutz, wächst in der Bevölkerung

stark an und ist nicht mehr zu überhören.

In NRW gibt es noch 9 tausend Insektenarten, Ihre Zahl geht aber durch den

Einsatz von Pestiziden und Überdüngung dramatisch zurück. Die aktuelle rote

Liste stuft in NRW ca. 52% der Bienen und ähnlichen Arten als stark

rückläufig ein. Nicht nur einzelne Insektenarten sind gefährdet. Auch die

Biomasse flugfähiger Insekten nimmt insgesamt ab.

Bevor der Mensch die Erde bevölkerte, gab es schon Bienen. In späteren

Epochen haben viele Völker in ihren Kulturen sich schon mit Bienen befasst.

Den wild lebenden Bienen abgenommener Honig, wurde auch als Köder bei

der Bärenjagd eingesetzt. Der Ursprung der Bienenhaltung mit geplanter

Honiggewinnung wird im 7 Jahrtausend vor Christus in Anatolien, das ist

größtenteils die heutige Türkei. Um dreitausend vor Christus galt im alten

Ägypten Honig als Speise der Götter und als Quelle der Unsterblichkeit. Ein

Topf Honig wurde mit dem Wert eines Esels aufgewogen. Um 400 vor

Christus lehrte Hippokrates, er galt seiner Zeit als ein berühmter Arzt in

Griechenland, das Honigsalben Fieber senken können und das Honigwasser die

Leistung der Athleten bei den olympischen Spielen verbesserte. Nach dem hl.

Augustinus, er wirkte im 3. Jahrhundert nach Christus als bedeutender

Kirchenlehrer, nach ihm ist der Honig ein Bild für die Zärtlichkeit Gottes und

seiner Güte.

Doch wieder zurück zum eigentlichen Thema, zu dem sich in der

Vergangenheit bis heute, Forscher weiterhin intensiv mit der Biene befassen.

Es gibt immer noch rätselhafte Dinge, die noch nicht erforscht sind. Betrachten

wir ein Bienenvolk mal näher, so ist es ein außergewöhnlich interessantes

Gebilde. Fachleute nennen ein Bienenvolk auch.- der Bien- oder auch - der

Bienenstaat -, worin tausende Einzeltiere einen Superorganismus bilden,

jedoch innerhalb des Volkes in vielen Facetten ganz unterschiedliche Arbeiten

verrichten. Hier nur ein Bsp., Angefangen mit der Sauberhaltung ihrer

Behausung. - Um Krankheiten zu vermeiden, aber auch um den langen Winter

zu überstehen, wird der Innenraum des Kastens mit einen Propolisfilm

überzogen und damit desinfiziert. Es ist ein sehr wirksames Antibiotikum, was

in der Wintertraube bei soviel Bienen auch notwendig ist. Man sagt, dass es

danach im Kasten eines Bienenvolkes genau so steril ist wie in einen

Operationssaal.

Propolis wird bevorzugt von klebrig harzigen Blattknospen, wie z.B. der

Pappel oder der Kastanie geerntet. Mit weiteren körpereigenen Säften wird es

geschmeidig gemacht und so im Stock auf allen Flächen und in jeder Ritze

aufgebracht. Sollten Mäuse oder andere Tiere durchs Flugloch ins Innere

gelangt sein und dort zu Tode kommen, werden sie mit Propolis einbalsamiert.

Durch diese Mumifizierung besteht dann keine Gefahr mehr für das Volk.

Wegen mangelnder pharmazeutischer Antibiotika wurden Soldaten sehr

wirksam damit behandelt. Es wird aber auch heute noch bei bestimmten

Beschwerden angewandt. Im Buchhandel gibt es dazu einschlägige Literatur.

Nähere Angaben können auch bei erfahrenen Imkern erfragt werden. Genaue

Anwendungsmöglichkeiten erfährt man natürlich auch in der Apotheke.

Wenn wir uns weiter mit den Leistungen der Bienen befassen, fragen wir

zuerst, was kann eine Honigbiene alles? Und wie macht sie das ? Aus

Zeitgründen will ich das nur kurz ansprechen und fange mit der Königin an.

Sie ist der Mittelpunkt des Volkes. Nur sie ist in der Lage den Fortbestand zu

sichern. Von ihr hängt die Volksstärke und der Zusammenhalt des

Gesamtorganismus ab. Ein starkes Volk hat Mitte des Jahres ca. 40 bis 60

tausend Bienen. Davon sind ca. 1% , das sind ungefähr 500-Drohnen und

mehr, also männliche Tiere. Zu den jahreszeitlichen Unterschieden verändert

ein Volk ebenfalls seine Abläufe. Es passt sich den jahreszeitlichen Abläufen

an. Neben der Honigproduktion ist der Bien auch ein unentbehrlicher Helfer

bei der Entstehung unserer Nahrung. Allein um den Fortbestand der Fauna und

Flora zu gewährleisten, verbringt es bei den Flügen von Blüte zu Blüte in

ihren pelzigen Haarkleid, den männlichen Pollen zu anderen Blüten der

gleichen Art. Um an den Nektar zu gelangen, muss sie mit ihren Saugrüssel bis

auf den Blütengrund vordringen. Dabei wird der anhaftende Pollen im

Haarkleid und Pollenhöschen an den Beinen an der Fruchtnarbe der nächsten

Blüte wieder abgestreift.

Eine Besonderheit dabei ist die Blütenstetigkeit jeder einzelnen Biene. Eine

einmal angeflogene Blütenart, z. Bsp. eine Kirschblüte wird fortan auch nur

durch diese Biene weiter angeflogen. Die Schwesterbienen aus dem gleichen

Volk fliegen nach diesem Prinzip andere Trachtquellen an. Damit ist

gewährleistet das der Pollen von einer Kirschblüte nur an die nächste

Kirschblüte und nicht an die Apfelblüte gelangt und umgekehrt. Damit werden

die Blüten im Umkreis von ca.3 km. bestäubt und sichern so den Fruchtansatz .

Mit dieser Methode leisten sie in der Nahrungskette eine gesicherte Ernährung

für Mensch und Tier. Hier ist die Biene ein Generalist, ein wahres

Wunderwerk der Natur. Rund 80% der ca. 2500 heimischen Nutz- und

Wildpflanzen sind auf die Bestäubungsleistung der Bienen angewiesen. Der

volkswirtschaftliche Nutzen übersteigt den Wert der Honigproduktion um das

10 bis 15 fache. Das sind mindestens rund 2 Milliarden Euro jährlich, allein in

Deutschland und über 70 Milliarden weltweit. Damit ist die Biene das dritt

wichtigste Nutztier nach Rind und Schwein.

In ihren knapp 50 Tage dauernden Leben, bewältigen sie nacheinander

verschiedene Arbeiten. Zuerst betätigen sie sich als Putzbiene und entfernen

alles, was da nicht hingehört. Auch tote Bienen und Maden im Stock werden

entsorgt. Danach wird sie zur Ammenbiene, wo sie zuständig ist für die

Fütterung der heranwachsenden Brut. Mit ihren Futtersaftdrüsen wird aus

Honig und Pollen die Ammenmilch für die Fütterung der Larven produziert.

Später, als Stockbiene, wo sie den heimkehrenden Artgenossen den

gesammelten Nektar abnehmen, dabei Stoffe zusetzen und zunächst in in den

Wabenzellen parken. Auch jetzt ist der Honig noch nicht reif. Er wird

weiterhin von den Bienen bearbeitet wo er mit körpereigenen Enzymen

angereichert wird.

Der Entzug von Wasser ist ein aufwendiger Prozess, der mehrere Tage dauert

und viele Arbeitsschritte umfasst. Aber das Ergebnis ist es wert. Der instabilen

Zuckerlösung wird das überschüssige Wasser durch Flügelbrausen auf

mindestens 18 bis 20% entzogen und umgewandelt in Honig. Der ideale

Wassergehalt liegt bei um die 16%. Erst dann ist er haltbar und wird

eingelagert. Als letztes wird die Zelle mit einem Wachsüberzug verschlossen.

Als nächstes werden sie Baubienen. Das Wachs dazu schwitzen sie von auf der

Bauch-Unterseite befindlichen Segmente aus und wird zum Wabenbau weiter

verarbeitet. Ein Teil der Tracht wird nicht als Honig eingelagert, sondern dient

der Bildung von flüssigen Wachs. Um 1 kg Wachs zu erzeugen sind 3 bis zu 5

kg Honig notwendig.

In einem weiteren Arbeitseinsatz werden die heimkehrenden Sammlerinnen am

Flugloch von Wächter Bienen kontrolliert. Sollte sich eine Nachbarbiene aus

einem anderen Volk hierhin verirrt haben, wird sie abgewiesen oder bei

Gegenwehr sogar erstochen. Das Erkennungsmerkmal ist ein Geruchshormon

welches von der Königin erzeugt und im gesamten Stock verteilt wird. Jedes

Volk besitzt aus Sicherheitsgründen ihren eigenen Geruchssinn. Nachbarvölker

die versuchen, nebenan an deren Honigvorräte zu gelangen werden gewaltsam

am Eingang daran gehindert.

Im letzten Drittel ihres Daseins fliegen sie als Sammlerinnen zu den

Trachtquellen. Der Flugradius kann sich bis zu 3 km. ausdehnen Doch liegen

die besten Sammelergebnisse im Umkreis von 500 m. Suchbienen, die ein

lohnendes Ziel gefunden haben, vermitteln den Sammlerinnen im Stock mittels

einer Tanzsprache ihren Fund, so dass diese gezielt, solche Quellen ohne

Weiteres auffinden und anfliegen können.

Die Vermehrung der Bienen, ist ein umfangreiches Kapitel, was in wenigen

Sätzen nicht annähernd zu erklären ist. Dazu gehört auch das Schwärmen. Im

Film sehen wir dazu mehr.

Etwa Mitte Juli geht die Tracht zu Ende. Die Erntezeit ist vorbei. Das Volk

passt sich jahreszeitlich den Gegebenheiten an und stellt sich auf einen anderen

Modus um. Jetzt, wo die Vorräte gehortet sind, stehen andere Aufgaben an.

Nun Anfang August, beginnt der Abtrieb der Drohnen. Sie sind jetzt

überflüssig, sie werden nicht mehr gebraucht und als unnütze Fresser aus den

Stock gedrängt. Damit das besser gelingt, werden sie auch nicht mehr gefüttert.

Sie werden kraftloser und so geschwächt besser für den beginnenden Rauswurf

vorbereitet. Sie werden dann gnadenlos aus den Stock geworfen. Dabei

kommt es auch zu gewalttätigen

Attacken. Im Volksmund spricht dann von der Drohnenschlacht.

Auch die Paarung ist abgeschlossen, Das Volk besitzt eine gesunde Königin.

Der Bien hat seinen Zenit erreicht und die Volksstärke geht zahlenmäßig

langsam zurück. Ab jetzt beginnt der Wechsel von der kurzlebigen

Sommerbiene zur langlebigen Winterbiene. Die kräftezehrenden Aktivitäten

gehen zurück. Man geht sozusagen auf Sparflamme. Die jetzt kommende

Generation stellt ihren Stoffwechsel um, sie legen sich ein Fettpolster an damit

sie lange Zeit bis zum kommenden Frühjahr durchhalten können.

Bis hierhin Einblicke im Jahreszyklus eines Bienenvolkes.

Hier noch etwas aus der Statistik !

Neben den in menschlicher Obhut gehaltenen Honigbienen, gibt es

deutschlandweit auch noch viele Wildbienenarten. Diese leben größtenteils

solitär. Sie lagern wenig Honig ein und müssen ihre geringen Vorräte nicht

verteidigen. Auch sie gehören zu den unverzichtbaren Bestäubern.

Um die Nachfrage zu decken, führt Deutschland mehr Honig ein als hier

erzeugt wird. Der Import lag im vergangenen Jahr bei 88 tausend Tonnen.

Damit ist Deutschland der größte Importeur in der EU. Die Nachfrage kann

von deutschen Imkern nicht gedeckt werden. Sie produzierten im letzten Jahr

lediglich 26 tausend Tonnen. Das sind nur ca. 34% des Gesamtverbrauches.

Hier muss ich sagen, dass trotz des gewaltigen Unterschiedes, unsere regional

erzeugten Honige vor Ort scheinbar nicht so gefragt sind. Hier war und ist die

Nachfrage eher unbefriedigend. Anderswo scheint den Verbrauchern der

Honig besser zu schmecken.

In Deutschland gibt es ca. 150 tausend Imker mit etwa 900 tausend Völker. Pro

Mitglied werden durchschnittlich rund 6 Völker gehalten.

Davon sind ca. 500 Berufsimker, die unterschiedlich mehrere 100 Völker

besitzen. Die Mehrzahl der Bienenhalter sind jedoch Hobby bzw.

Freizeitimker.

im Schnitt werden je Bienenvolk ca. 15 bis 40 kg Honig geerntet. Wir

Bundesbürger verbrauchen pro Kopf ungefähr 1 bis 1,5 kg im Jahr.

Zum Schluss noch dieses: Die Leistungen der Bienen sind, wie wir erfahren

haben, von enormer Bedeutung. Sie sind ein unverzichtbares Bindeglied

zwischen Fauna und Flora. Alle Produkte aus dem Bienenvolk, wie Honig –

Pollen – Propolis – und Gelée Royal, zählen zu den gesündesten Lebensmittel

die es überhaupt gibt. Den größten Nutzen erbringen sie durch ihre

Bestäubungsleistung bei der Nahrungserzeugung. So sorgen sie bei Wild und

Nutzpflanzen für einen reichen Fruchtansatz und sichern auch Wildtieren die

Nahrungsgrundlage. Für Landwirte und Obstbauern sind sie daher

unverzichtbare Helfer. Weltweit sind, wie schon gesagt, 80% aller

Kulturpflanzen auf diese Symbiose angewiesen. Andere effizientere

Alternativen gibt es nicht. Was das für die Welternährung bedeutet, kann man

nur erahnen.

Darum heißt die Botschaft an uns alle:

Wir haben nur diese eine Erde, einen Ersatz gibt es nicht, gehen wir deshalb

sorgsam mit ihr um.

Ja – das wars. Ich hoffe, es hat allen gefallen. Wenn noch Fragen offen

geblieben sind, werde ich die gerne nach der jetzt beginnenden Filmvorführung

beantworten.

Zum Abschluss noch ein Bienengedicht von mir mit dem Titel : -die Welt der

Imker– vortragen und die Veranstaltung damit beenden!

Es brummt und summt am Bienenstand,

der Imker hörts mit Freuden.

Hier ziehts ihm hin zur Ruhebank,

um sinnend zu verweilen.

Im Blickfeld noch die Flugfront prüfend,

ob alles auch in Ordnung ist,

Vom Zaun herüber, freundlich grüßend,

der Nachbar schon vom schleudern spricht.

Es dauert noch, bald ists soweit.

Freu dich derweil am Flug der Bienen,

im Sommer erst, ist Erntezeit.

Wenn goldgelb gar der Honig fliest,

aus vielen bunten Blüten,

wie Bernstein sich im Glas ergießt,

ist dass der Lohn der Mühen.

Es braucht die Biene heut den Imker,

fast alles dreht sich nur um sie.

Die Großen, aber auch die Kinder,

vergessen ihre Bienen nie.

Da sind sie alle eingebunden,

zu wirken an des Schöpfers Werk.

Gar mancher hat sein Glück gefunden,

versucht-probiert-mit Augenmerk.

Nicht alle ist dabei gelungen,

da geht auch mal schon was daneben.

Hat mit Verstand und Herz gerungen,

verzagt und hadernd bei dem Streben,

sich eingestand, du kommst nicht weiter.

Doch Anderntags, weg war der Frust,

da klappt es doch, bist wieder heiter.

Erwacht ist neu die Imkerlust.

Die Imkerei in vielen Händen,

sie ist der Biene beste Lobby.

Frönt in Vereinen und Verbänden,

mit gleichgesinnten hier sein Hobby.

Dort trifft man sich und lernt auch viel.

So kommt oft auch an sein Ziel,

denn anders kann es gar nicht gehen.

Die Vielfalt ists, die bildend macht,

nicht das Gehabe der Despoten,

die immer trachten nach der Macht.

Die nur noch reden von Geboten

und polternd sich im Kreis bewegen,

der Basis Bindung längst vertan.

So ein Hobby muss man pflegen,

zerschlagen sonst viel Porzellan.

Gar oft – in manchen stillen Stunden,

gelauscht gehorcht-am Bienensitz.

Sehend-ahnend-so empfunden,

wie wunderbar die Schöpfung ist.

Die Technik macht den Menschen blind,

für all die kleinen Wunder,

die uns umgeben wie sie sind,

macht diese Welt viel bunter.

Oh Mensch-halt ein-verweil ein wenig,

riech doch der Blumen süßen Duft.

Die ganze Pracht-sie hält nicht ewig,

erfüllt davon ist noch die Luft.

Lass die Bienen daran schlecken,

den Nektar in den Stock zu tragen,

und randvoll dann wohl sind die Waben.

So ist sie nun-die Welt der Imker !



Wertvolle Bestäuber bedroht! 

Die Honigbiene und ihre wilde Verwandtschaft. Die biologische Vielfalt ist das vielleicht wichtigste Gut unseres Planeten und gleichzeitig eine der größten Herausforderungen, vor der wir weltweit stehen. Alarmierende Bestandsverluste sind vor allem bei normal typischen Bewohnern von Feld und Flur zu beobachten. Das wird ganz deutlich in der heimischen Vogelwelt sichtbar. Hier besonders auffällig u. a. bei der Feldlerche, den Wiesenpieper und den Kiebitz etc. Aber auch unsere Schwalben und Spatzenpopulation ist rückläufig. 

Eine der schönsten Vogelgesänge, nämlich die der Nachtigall, ist schon lange nicht mehr zu hören. Ebenso verhält es sich beim Niederwild, wie Hasen, Rebhühner und Fasanen etc. Bunte Wiesen (sofern sie es überhaupt noch gibt) mit einem hohen Anteil von Wildkräutern, sind heute kaum noch zu finden. Damit einher gehend ist der starke Rückgang vieler Schmetterlingsarten und anderer Insekten. Um diesen Trend aufzuhalten ist es dringend notwendig, die heimische Tier- und Pflanzenwelt in möglichst vielfältiger Weise wieder in die Landbewirtschaftung zu integrieren. Hier sollten für die Landwirte von den politischen Parteien mehr Anreize geschaffen und den Blick gezielt auf die die Entflechtung der wirren Vorgabe-Richtlinien seitens der Behörden richten. 

Mit einer Biodiversitätsstrategie der EU versuchte man den Rückgang von Arten genetischer Vielfalt und den Verlust von Lebensräumen zu begegnen, um geschädigte Ökosysteme wieder herzustellen. Doch leider gibt es bisher keinen Grund zur Selbstzufriedenheit. Der Verlust an biologischer Vielfalt ist gleich bedeutend mit dem Verlust unserer Lebensgrundlage. Das können weder wir, noch die Wirtschaft sich leisten. Naturnahe blütenreiche Begrünung mit gebietseigenem Saatgut ist deshalb inzwischen ein “Muss“. Seit einiger Zeit ist auch die Bedrohung der Honigbiene in aller Munde. Wie man weiß, ist sie nicht nur als Honiglieferant, sondern auch als Generalist bei der Bestäubung der meisten Pflanzenarten ein unersetzlicher Partner. Unterschätzt wird aber noch immer die Bedeutung von Wildbienen, wie z. B. Hummeln und andere bestäubende Insekten, wie Schwebfliegen, Schmetterlinge oder Ameisen. Sie alle sind in ihren unterschiedlichen Verhalten zu einer optimalen Bestäubungsleistung notwendig. Fehlen diese Arten in der Landwirtschaft, fehlen auch die entsprechenden Insekten. 

Sie können somit auch keine verwandten Kulturarten bestäuben. Wildbienen und Co, leisten also einen ebenso bedeutenden Beitrag zur Bestäubung wie Honigbienen. Bedroht sind mancherorts mehr als 40% jener Insekten, die den Pollentransport von Blüte zu Blüte sichern. Bedingt durch den veränderten Strukturwandel, mangelt es an heimischen Blühpflanzen, wodurch hoch spezialisierte Wildinsekten die Nahrungsgrundlage fehlt. Auch die Aufgabe so mancher bäuerlicher Kleinbetriebe ist leider eine Tatsache. Sie müssen sich mit den vorherrschenden Marktverhältnissen irgendwie zu Recht finden, was sehr zu bedauern ist. Die sich dadurch in der Fläche vergrößernden Betriebe, brauchen zwangsläufig für die expandierenden Viehbestände mehr Energiepflanzen z. B. Mais, Folglich schwinden immer mehr bunte Blühflächen an den Feldrändern – an den Hecken und Wiesen. Durch die intensive Bewirtschaftung verändert sich das Nahrungsangebot für Insekten. 

Die Symbiose zwischen Fauna und Flora stimmt nicht mehr und kann zu langfristigen ernsthaften Folgen führen. Denn ohne Bestäubung durch unsere fleißigen Helfer, würden 80% unserer Kulturpflanzen in ihrer Existenz bedroht sein. (man denke an die Welternährung).Schon im Eigeninteresse sollte wir deshalb, wo immer möglich, Nahrungsquellen und Habitate wieder herstellen. Zum Beispiel durch naturnahe Gestaltung öffentlicher Räume. Es gibt eine Reihe von Kommunen, wo das mit Erfolg schon umgesetzt wurde. Aber auch in privaten Gärten findet man immer eine Möglichkeit ein wenig Vorsorge zu treffen. Gerade jetzt, wo die Frühjahrsaussaat auf den Äckern ansteht, können Blühstreifen dafür sorgen, die Artenvielfalt zu unterstützen. 

Das ist für Landwirte –Jäger- Imker- und für uns Bürger eine Win-Win Situation, wir profitieren alle davon. Ja- es ist für die Landwirtschaft auch eine Image-Verbesserung erster Güte und sorgt in der Bürgerschaft für Wohlbefinden und mehr Akzeptanz. In den Roman „Die Geschichte der Bienen“, von der norwegischen Autorin Maja Lunde geschrieben, was mittlerweile international ein Bestseller wurde, schildert sie eindrucksvoll eine düstere Apokalypse, was passieren könnte, wenn wir so weiter machen wie bisher und den Raubbau unserer natürlichen Ressourcen zulassen. Diese Welt würde immer grauer und unbewohnbarer, ohne all die unscheinbaren kleinen Helfer. Wir haben nur diese eine Erde – behandeln wir sie deshalb pfleglich – einen Ersatz gibt es nicht. 

Stadtlohn den 03. März 2018 

Werner Konert